Unsere Geschichte

Die Evangelische Stadtmission Basel ist als Teil der internationalen City-Mission-Bewegung im 19. Jahrhundert entstanden mit dem Ziel, das Evangelium mit den zahlreichen zugewanderten Menschen in den Städten zu teilen und den Benachteiligten mit praktischer Hilfe zu dienen. Die erste Stadtmission wurde 1826 durch David Nasmith (1799-1839) in der schottischen Stadt Glasgow gegründet. Weltweit prägend wurde die 1835 ebenfalls durch Nasmith gegründete London City Mission, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit einer Mitarbeiterschar von über 400 Stadtmissionaren unter der Bevölkerung der Metropole wirkte. Über Hamburg, wo 1848 unter der Federführung von Johann Hinrich Wichern (1808 - 1881) nach dem Vorbild von Glasgow und London die erste deutsche Stadtmission entstand, kam die Anregung nach Basel. Hier gründete der Kaufmann Emanuel Herzog-Reber mit Gleichgesinnten aus dem Basler „Daig“ im Jahr 1859 die Evangelische Stadtmission Basel.

Bei allen Stadtmissionen stand die systematische Besuchsarbeit in den Quartieren im Vordergrund – ergänzt durch öffentliche Verkündigung und praktische Hilfe. Daraus entstanden schon bald vielfältige Formen christlicher Gemeinschaft in der Spannbreite von Nähkursen und Bibelstunden. Kristallisationspunkte dieser Aktivitäten wurden Kapellen („mission halls“) in den Quartieren. Spezialisierte Mitarbeiter der Stadtmission widmeten sich bestimmten Berufs- und Zielgruppen. Stark engagierten sich die Stadtmissionen von Anfang an für Kinder und Jugendliche und für verarmte und einsame Senioren. In Krisenzeiten wirkten sie bei der Nahrungsmittelverteilung und der Betreuung von Flüchtlingen mit.

Basel entwickelte sich im 19. Jahrhundert von einer mittelalterlichen Kleinstadt zur Industrie- und Handelsstadt. Diese Entwicklung war verbunden mit einem schnellen, gewaltigen Bevölkerungswachstum und dem Entstehen grossräumiger, neuer Wohnquartiere rund um die bisherige Altstadt. Die Wohnverhältnisse der frühen Industriestadt waren oftmals gekennzeichnet durch soziales Elend. Kirchen gab es nur in der Innenstadt. Die Stadtmission trat in diese Lücke und baute in den neu entstehenden Aussenquartieren der Stadt ein Netz von Versammlungslokalen.

Im Lauf des 20. Jahrhunderts erstellten  die katholische und reformierte Kirche in allen Aussenquartieren der Stadt je ihre eigenen Gebäude. Die Stadtmission konnte sich neuen Aufgaben zuwenden: Sie verkaufte einzelne Quartierposten und baute im unteren St. Johannquartier das Martin Luther King-Haus mit 36 Wohnungen und Gemeinschaftsräumen. Der Quartierstandort Kleinhüningen am Giessliweg blieb erhalten und beherbergt seit über 80 Jahren vorwiegend Kinder- und Familienangebote. Er erhielt 2007 ein neues, zweckdienliches Gebäude. 2010/11 unterzog die Evangelische Stadtmission das Martin Luther King-Haus einer Totalsanierung. Das Seniorenzentrum Johannstor wurde im August 2012 eingeweiht. Heute engagiert sich die Stadtmission mit evangelistischen und sozial-diakonischen Projekten: Wir suchen der Stadt Bestes - konkret und lebendig.

Lesen Sie hier weiter über die Ursprünge der Evangelischen Stadtmission Basel:

Biografischer Impuls von David Nasmith

Beiblatt

Gründung der Evangelischen Stadtmission von Markus Mattmüller

Jubiläumsschrift zum 50 Jährigen

Jubiläumsschrift zum 100 Jährigen

Überblick 150 Jahre Evangelische Stadtmission

Erweckungsbewegung von Basel vom 19. Jahrhundert von Christoph Ramstein

Basler Bekenntnis